Ein brauner Bär

Seit 2003 wird von der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e. V. und die Naturschutzstiftung des nordrhein-westfälischen BUND-Landesverbandes der Schmetterling des Jahres gewählt.

In diesem Jahr fiel diese Wahl auf den Braunen Bär (Arctia caja (LINNAEUS, 1758))

Brauner Bär (Arctia caja (LINNAEUS, 1758)) Foto: Thomas Pätzold

Der braune Bär gehört zu den Nachtfaltern, hat keine Mundwerkzeuge und kann daher in seinem kurzen Leben keine Nahrung aufnehmen. Um so wichtiger ist es, dass sein Lebensraum intakt ist. Dies bedeutet insbesondere dass künstliche Beleuchtung, die einen hohen Blau- oder UV-Anteil emittiert, vermieden wird. Die Falter werden von solchen Lichtquellen angezogen und umkreisen diese, dabei verausgaben sie sich so sehr, dass Sie sich nicht fortpflanzen können. Am Ende bedeutet dies eine Reduzierung der Individuenanzahl die zum Erlöschen einer Population führen kann.

Zu seinen Lebensräumen zählen neben den Wäldern, gebüschreichen Offenlandflächen, extensiv bewirtschaftete Wiesen auch Straßenböschungen, Ackerbrachen sowie Sand- und Kiesgruben. Die Raupen leben von einer Vielzahl von Bäumen und Sträuchern (Weide, Eiche, Roter Hartriegel, u.a.) und Stauden sowie krautigen Pflanzen (Lungenkraut, Schaafgarbe, Löwenzahn, Labkraut, u.a.).

Verbreitungskarte nach http://www.schmetterlinge-d.de
Verbreitungskarte nach http://www.schmetterlinge-d.de

Der Falter wird zwar noch einigermaßen häufig beobachtet jedoch nimmt auch seine Zahl ab. In den rot markierten Bereichen ist er seit 2000 nicht mehr nachgewiesen worden. Derzeit wird er in der Roten Liste NRW (2010) in der Kategorie „Vorwarnliste“ geführt.

In diesem Jahr konnte ich drei Exemplare dieses auffallenden Nachtfalters in einem Waldgebiet im Aachener Süden nachweisen.

Weiterführende Literatur: